Gedanken zum Freilauf

Re: Gedanken zum Freilauf

Neuer Beitragvon Margit » Fr Feb 05, 2010 10:39 am

Vielen Dank erst mal für die rege Resonanz, ich werde später auf die mir gestellten Fragen eingehen.

Zunächst muss ich etwas wichtiges klarstellen:

Ich schrieb, dass ich Äusserungen von Leuten auf der Auslaufwiese auf der ich ein paar mal war, als "wenig kompetent" empfunden habe. Dafür möchte ich mich hier öffentlich entschuldigen.
Meine Äusserung wurde als negative Kritik und Schlechtmachen der Auslaufwiese aufgefasst, und ich wurde darauf hingewiesen dass ich das unterlassen soll.
Nochmals, hier meine öffentliche Entschuldigung, und ich hoffe dass es damit gut ist.

Margit
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Re: Gedanken zum Freilauf

Neuer Beitragvon soco » Fr Feb 05, 2010 11:59 am

Hi,

folgende Dinge sind Voraussetzung für den ersten Freilauf: der Galgo sollte eine gewisse Bindung - sowas merkt man - (unabhängig von konditionierten Kommandos) zu dir haben; er sollte angstfrei sein (Geräusche, etc.); wildarm, besser noch wildfrei sollte das ausgesuchte Gelände sein. Restrisiken weitgehends ausschließen (Straßen, Bahnlinien, bewohntes Gebiet, usw.). Zur Verselbstständigung des Hundes kann jemand nur was sagen, wenn er live dabei ist. Verrselbstständigung ist nicht gleich Verselbstständigung. Klar haben die Windis auch mal ihren eigenen Kopf, meinen - da muß ich jetzt hin. Ist der Hund frei, beobachte ihn - wie verhält er sich, wie weit läuft er weg, ohne sich mal nach dir umzudrehen. Probiere, ihn irgendwie (durch Ansprechen, Namen rufen, Gestiken, etc.) wieder in in deine unmittelbare Nähe zu bekommen. Wenn du dies hinbekommst - leine ihn an (egal ob andere behaupten, der Hund meint jetzt, weil er gekommen ist muß er an die Leine). Ich denke, daß nach dem ersten Freilauf auch du unter Adrenalin warst - also anleinen - es reicht erst mal. Probieren, probieren mußt du. Ich schrieb ja, daß es den sofort funktionierenden Galgo beim ersten Freilauf kaum geben wird. Da muß man durch. Peinlich kann es auch werden, wenn er zu anderen Hunden läuft und die Halter schreien - Rufen Sie den Hund; leinen Sie ihn an. Gut - kann man verstehen - da darfst du aber bei den ersten Freilaufversuchen nichts drum geben. Nochmal - KEIN GALGO FUNKTIONIERT IN DER REGEL BEI DEN ERSTEN FREILÄUFEN.
Dann - versuche deine Ängste abzubauen - Galgos sind keine Selbstmörder - die können halt verunfallen genauso wie die Menschen auf unseren Straßen, in den Häusern, auf der Arbeit, in der Freizeit - Dinge mit denen keiner rechnen sollte. Dann - der nicht "gestörte" Galgo haut auch nicht einfach ab. Der kommt wieder zu dir - wenn auch nicht auf direkten Zuruf. Und wieder mal - KEIN GALGO FUNKTIONIERT IN DER REGEL BEI DEN ERSTEN FREILÄUFEN.

So fängt halt alles an und man kann aufbauen oder auch nicht. Was soll ich sagen?

LG
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Re: Gedanken zum Freilauf

Neuer Beitragvon ex petvet » Do Feb 11, 2010 5:09 pm

Ich denke der Faktor Bindung in diesem Zusammenhang wird überschätzt…Training, Training und nochmals Training und trotzdem bleibt da immer eine (kleine?!) Unsicherheit!
„Was Du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es Dir - für immer.“
Dieses Motto von Konfuzius trifft ganz klar auch auf unsere Galgos zu, sind ja ganz anhängliche Tierchen, fast alle kommen zurück, nur wann und wie?!
Ich kenne eine einzige Galga, die als Welpe zu ihren Besitzern gekommen ist, die haben wirklich null Probleme….und dann nur einer! meiner eigenen Galgos.
Ansonsten kenne ich Galgos vom gemeinsamen Spazierengehen, die haben eine super Bindung, hören viel besser als meine und da sind auch schon welche verunfallt oder nach einer Hetzjagd mit einer Greyhöundsperre zurückgekommen!!!
Der richtige Zeitpunkt, wann man einem Hund mit einigermaßen gutem Gewissen Freilaufgewähren kann, ist total unterschiedlich, bei meinen eigenen Hunden war das zwischen 3 Tagen und 3 Jahren.
Der Satz vieler Organisatoren, „kann in wildarmen Gebieten abgeleint werden“ ist für Interessenten nur als grobe Orientierung zu betrachten, genauso wie „ist katzenverträglich“ …es gibt einfach zu viele Interaktionen, die ineinandergreifen und die jeweilige Situation verändern…
in memoriam: Cameo und Cita

»Nach einiger Erfahrung mit Hunden halte ich es für möglich, dass wir von Tieren soviel lernen können wie sie von uns.« Martin Walser
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Re: Gedanken zum Freilauf

Neuer Beitragvon Ramses » Fr Feb 12, 2010 2:16 pm

ex petvet hat geschrieben:Ich denke der Faktor Bindung in diesem Zusammenhang wird überschätzt…Training, Training und nochmals Training und trotzdem bleibt da immer eine (kleine?!) Unsicherheit!
„Was Du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es Dir - für immer.“
Dieses Motto von Konfuzius trifft ganz klar auch auf unsere Galgos zu, sind ja ganz anhängliche Tierchen, fast alle kommen zurück, nur wann und wie?!
Ich kenne eine einzige Galga, die als Welpe zu ihren Besitzern gekommen ist, die haben wirklich null Probleme….und dann nur einer! meiner eigenen Galgos.
Ansonsten kenne ich Galgos vom gemeinsamen Spazierengehen, die haben eine super Bindung, hören viel besser als meine und da sind auch schon welche verunfallt oder nach einer Hetzjagd mit einer Greyhöundsperre zurückgekommen!!!
Der richtige Zeitpunkt, wann man einem Hund mit einigermaßen gutem Gewissen Freilaufgewähren kann, ist total unterschiedlich, bei meinen eigenen Hunden war das zwischen 3 Tagen und 3 Jahren.
Der Satz vieler Organisatoren, „kann in wildarmen Gebieten abgeleint werden“ ist für Interessenten nur als grobe Orientierung zu betrachten, genauso wie „ist katzenverträglich“ …es gibt einfach zu viele Interaktionen, die ineinandergreifen und die jeweilige Situation verändern…


Gut beschrieben! Genau meine Meinung. LG Sylvia
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Re: Gedanken zum Freilauf

Neuer Beitragvon roger » Fr Feb 19, 2010 1:06 pm

Ein ganz wichtiger Punkt ist der Ort. Sieht man überall Rehe und Hasen oder ist das Gelände wildarm? Sind Strassen in der Nähe? Beim ersten Ableinen sollten alle Gefahrenquellen
ausgeschaltet werden, d.h. z.B. auch, dass kein Stacheldraht in der Nähe sein darf.


;)

Ich danke Euch! bussi-jjj
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Re: Gedanken zum Freilauf

Neuer Beitragvon Erynuir » Do Mär 04, 2010 3:50 am

Meine erste Galga/Podenca lief nach einem halben Jahr Training auch frei. Das hätte ich mir niemals träumen lassen, als ich sie bekam. Ich stimme zu, ein Galgo ist ein Hund, aber ich durfte nachdem ich sie bekommen hatte zuerst einmal so ziemlich alles vergessen, was ich über Hundeerziehung jemals gelernt hatte (Früher hatte ich eine Groenendael, da lief so einiges anders....). Nachdem der Knoten geplatzt und unzählige Bücher über Lernverhalten etc. gelesen waren klappte es. So richtig realisiert habe ich das eigentlich erst, nachdem wir nach Monaten mal wieder der schwarzen Schäferhündin begegnet sind (vor der sich Yaja damals fast ins Fell gemacht hat. Stumpf auf den Boden geworfen und gewimmert wie ein Welpe :cry: ) und die Besitzerin der Hündin meinte, wir hätten ja unglaubliche Fortschritte gemacht.

Wenn man so drinsteckt, im täglichen Training bekommt man das gar nicht mehr so mit... der "Du bist aber groß geworden!"-Effekt schätze ich :wink-new:

Auch mit Alice sieht es ähnlich aus wie mit Yaja am Anfang. Ich kann mir heute nicht wirklich vorstellen, sie jemals von der Leine lassen zu können. Alice ist kein Galgo. Alice ist ein Rüpel! Und ein ausgesprochener Trampel... gefangen im Körper einer Elfe :roll:


Aber sie lernt schnell (Herrchen und Frauchen auch). Sie ist erst 15 Monate alt und muss noch sooo viel lernen (Herrchen und Frauchen auch). Es sind schon etliche Einrichtungsgegenstände auf ihr Konto gegangen und unsere Beine sehen aus wie die von Kriegsversehrten... Alles grün, schwarz und blau von oben bis unten. Mit Geduld und Konsequenz geht's weiter. Der frechste, freundlichste, offenste und fröhlichste Galgo den ich je erlebt hab!

Schön für Alice, dass sie nie schlechte Erfahrungen machen musste (außer dem allgegenwärtigen, spanischen Hunger). Schön für uns - Nebeneffekt: sie weiß SEHR genau was sie will! Terrorkrümel.

Sie hört in der Wohnung schon ganz fein auf ihren Namen und im Auslauf kommt sie auf Ruf nach ein- zwei Galgosekunden auch schon ganz freudig angerannt. Ich hoffe (für Alice), dass sie bald ihre Flöhe aus dem Kopf bekommt, damit sie nicht immer ein paar Tage warten muss, bis sie wieder ohne Leine ein wenig umhersprinten darf (und ich hoffe es für uns - und unsere Einrichtung... und Kleider... und Beine...)

:|
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Re: Gedanken zum Freilauf

Neuer Beitragvon Sabine67 » Sa Mär 06, 2010 5:18 pm

Klasse!!
Danke für's Einstellen Roger :wink-new:
Liebe Grüße
Sabine mit Leni und Campera


Kein Psychiater der Welt kann es mit einem kleinen Hund aufnehmen, der einem das Gesicht leckt.
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Re: Gedanken zum Freilauf

Neuer Beitragvon Lurchermaus » Sa Mär 06, 2010 6:36 pm

Uuuuhhh - ist das peinlich :oops: So ist das, wenn die Badenerin versucht Hochdeutsch zu sprechen und zudem nervös ist... :oops: :lol: :roll:

Aber hey, ihr solltet mal das Original sehen... 45 Minuten! dance-jjj :mrgreen:
A poacher to his eyelids, as all the lurcher clan.
Follows silent as a shadow and clever as a man.


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Re: Gedanken zum Freilauf

Neuer Beitragvon Ingrid » Sa Mär 06, 2010 7:06 pm

warum, ist doch eh klasse!!! :wink-new:
Tue den Mund auf für die Stummen und führe die Sache derer, die verlassen sind
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